Sehenswert!

http://www.youtube.com/watch?v=11pBb1ppTwI Vielen lieben Dank an einen meiner Leser, der mich freundlicherweise auf diese Link aufmerksam gemacht hat. Noch während ich das Video angeschaut habe, dachte ich: Ja! das macht du! Wo ist das Telefon? Ein Eingriff und alle Probleme sind vom Tisch. Du wirst dein Studium beenden und du wirst es gut beenden, du wirst auf eine Branchenmesse gehen und Kontakte knüpfen und so später leichter einen Job bekommen. Natürlich eine Führungsposition mit Meetings, Mitarbeitergesprächen und allem was dazugehört. Die nächsten Minuten habe ich gar nicht richtig hingehört vor lauter Träumerei. Aber beim Thema Risiken bin ich wieder aufgewacht. Trockene Hände? Damit könnte ich locker leben. Aber ich habe schon von anderen Nebenwirkungen gehört. Ich bin mir nicht sicher ob mir bspw. übermäßiges Schwitzen genauso egal wäre. Ich könnte mir vorstellen, dass mir das genauso peinlich ist, wie ein roter Kopf und dass ich bestimmte Situationen ebenso meiden würde. Leider kann man nicht im Vorfeld sagen, welche Nebenwirkungen einen erwischen. Die Vorgehensweise mit dem Endoskop ist wahrscheinlich tausend mal besser als aufgeschnibbelt zu werden, aber wie kann man sich in einem Körper voller Nervenstränge so sicher sein, den richtigen zu erwischen? Was, wenn ein falscher Nerv abgeklemmt wird und mein evtl. geistige Schäden erleidet? Ich weiß nicht, ob das in der Form überhaupt möglich ist, aber Ärzte sind ja auch nur Menschen. Es wäre so schön, wenn man die 100%ige Gewissheit hätte. Ich habe auch von Menschen gehört, die danach keine Veränderung bemerkt haben. Es freut mich für die Betroffene im Beitrag, dass es ihr Leben verändert hat. Aber was, wenn der letzte Ausweg kein Ausweg ist? Vielleicht hängt es dann noch damit zusammen wie die Persönlichkeit eines Menschen ist. Ich könnte mit vorstellen, dass ich nach der Op geheilt sein könnte. Allein aus dem Grund, weil ich eigentlich ein recht offensiver und extrovertierter Mensch bin, wenn da nur nicht immer diese Angst wäre, die einen hemmt. In der Uni haben wir gestern über verschiedene Motivationsansätze gesprochen. Nach einer bestimmten Theorie gibt es den Erfolgssucher und den Misserfolgsvermeider. Ich würde gerne zu den anderen gehören. Vielleicht würde es so eine Op ja möglich machen?

24.4.12 13:01

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Kaktus (26.4.12 16:34)
Hallo Ruby,

wirst du dich operieren lassen?

Gruss,
Kaktus


(29.4.12 23:39)
Lieber Katkus,
Ich habe mit meiner Therapeutin darüber gesprochen. Sie steht der Sache neutral gegenüber und sagt es ist meine Entscheidung. Sie motiviert mich natürlich weiterhin die Therapie zu machen, um die Gründe für meine Angst zu erörtern und sie auf diese Weise abzubauen. Das werde ich auch tun, denn es tut mir gut einmal in der Woche nur über mich zu sprechen und nachzudenken. Einige Sachen sind mir bereits bewusst geworden. Ich sehe sie nun mit anderen Augen. Ich habe nächste Woche einen Termin beim Arzt, der mir vermutlich Tabletten verschreiben wird um meine Angst im Zaum zu halten. Aktuell denke ich also noch nicht ernsthaft über eine Op in näherer Zukunft nach. Ich setze alle Hoffnung in meine Arbeit an mir selbst und der medizinischen Unterstützung. Ich weiß aber auch, dass ich bei der nächsten Panikattacke alles wieder ganz anders sehe. Ich glaube aber ich bin nicht mutig genug, mich jetzt schon unters Messer zu legen. Wenn ich die Therapie abgeschlossen habe und es mich trotzdem weiterhin genauso belastet wie zuvor, werde ich meinen Mut zusammen nehmen müssen. Noch denke ich über etwaige Risiken zu sehr nach. Erstaunlich, wenn die Aussichten so toll und der Leidendruck so hoch sind. Wie würdest du dich entscheiden?


Kaktus (30.4.12 18:07)
Hallo Ruby,

Deine bisherigen Blogeinträge habe ich (quer)gelesen und muss sagen, dass ich im Vergleich zu Dir ein behagliches Leben führe. Ich werde zwar auch rot, aber dies nur für wenige Sekunden und bei mir ist es zum Glück nur der Kopf.
Eine Operation würde ich nur unter der Bedingung machen, wenn Erythrophobie zu Stark mein Leben bestimmt. Das Leben ist nämlich viel zu kurz, um sich von einer Phobie das Leben vermasseln zu lassen. Man muss es geniessen und ausschöpfen. Du und ich befinden uns momentan in dem besten Lebensabschnitt.
Jeden Tag Tabletten gegen die Angstzustände zu schlucken ist zudem meiner Meinung nach, keine Alternative. Du unterdrückst die Phobie eher, als dagegen vorzugehen. An Deiner Stelle würde ich mit dem Herrn Doktor Christoph Schick einen Termin vereinbaren, um zu schauen wie er die Situation sieht. Laut Aussagen im Internet ist er einer, nicht viel. sogar, der führendsten Ärzte/Chirurgen im Bereich Erythrophobie. Sein Institut und er selbst haben ausserdem ein Facebookprofil.
Ich selbst versuche mein Problem zu „akzeptieren“. Meine Einstellung ist in etwa so „Scheiss drauf, werde ich halt rot. Was juckt es mich, was die anderen über mich denken. Ich bin der Champion und als Champion geht es mir am Arsch vorbei, ob ich rot werde“. Des Weiteren habe ich festgestellt, dass es darauf ankommt, wie du selbst auf das rot werden reagierst. Reagiert man peinlich berührt, wird man Opfer seiner Röte, reagiert man aber völlig normal ohne Hemmungen, kann einem darauf ja nichts passieren. Warum denn auch? Man bietet keine Angriffsfläche.


Wunder Dich bitte nicht um den Satzbau/Grammatikfehler. Ich schreibe den Text grad auf dem Heimweg von der Arbeit

Ich wünsche Dir noch viel Erfolg!!


Ruby (4.5.12 11:35)
Lieber Kaktus,

leider musste ich gerade feststellen dass mein letzter Kommentar als Spam identifiziert und nicht gespeichert wurde.
Das ist wirklich schade, weil es eine ziemlich ausführliche Antwort war. (Scheint super zu funktionieren der Service) Ich versuche dir bald mal in einer ruhigen Minute nochmal auf deinen Kommentar zu antworten. Im Moment bin ich leider unterwegs und kann mich nicht ausschließlich darauf konzentrieren bis dahin, liebe Grüße


Kaktus (16.5.12 20:57)
Hallo Ruby,

kein Problem. Antworte mir einfach, wenn Du die Zeit dazu hast

Lg,
Kaktus

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